Bauen? Wieso, wo und wie?

Wir wollen bauen, soviel steht fest. Aber wieso? Die Frage ist an sich relativ einfach beantwortet.

  1. Wir bekommen Nachwuchs und unsere Mietswohnung ist auf Dauer zu klein
  2. Mietwohnungen mit mehr Zimmern sind rar gesät, oder sehr teuer (Uni-Stadt mit vielen WG’s)
  3. Bestandsimmobilien sind nicht günstiger (Sanierung, Renovierung, allgemein hohes Preisniveau wegen Uni-Stadt)

Wir haben den Immobilienmarkt jetzt mehrere Jahre lang beobachtet und mussten hier leider feststellen das wir mit einer Mietwohnung hier nicht weiter kommen werden auf Dauer. Unsere aktuelle ist zwar an sich von der Größe her schon passend, aber leider bietet sie nicht genügend Zimmer. Wir würden ein Zimmer mehr benötigen und wenn es nur ein kleines wäre. Da dies aber nicht vorhanden ist und auch anderweitig nicht passend gemacht werden kann, muss hier auf Dauer eine Veränderung her.
Eine andere Wohnung mit mehr Zimmern bei eventuell gleicher oder mehr Fläche ist hier auch nicht wirklich in Aussicht. Selbst wenn einmal eine auftaucht, dann ist sie meist so teuer, dass man auch gleich selbst bauen kann.
Bei Häusern zum Mieten sieht es da leider genauso aus. Entweder es gibt erst gar keine, oder sie sind preislich einfach jenseits von Gut und Böse, oder liegen so ab vom Schuss das meine Frau da eigentlich nie wieder weg kommt (keinen Führerschein und auch keine Möglichkeit einen zu bekommen – Daher ÖPNV).

Soviel also zu Mietimmobilien. Parallel haben wir natürlich auch immer nach Immobilien zum Kauf geschaut, mit mäßigem Erfolg. Hier sieht es eigentlich ähnlich der Mietimmobilien aus. Entweder es gibt schlicht nichts was groß genug wäre, oder die Lage ist katastrophal, oder der allgemeine Zustand ist nicht erwähnenswert. Zu guter Letzt kommt dann immer noch der Preis dazu. Hier was passendes zu finden, was gut liegt, bezahlbar ist, genügend Fläche (Wohnfläche und Gartenfläche für 2 Kinder) bietet  und dann nicht aus dem 18. Jahrhundert stammt ist schon so wie ein sechser im Lotto. Versteht mich nicht falsch, es gibt durchaus Immobilien die unseren Vorstellungen entsprochen haben, aber was hilft es einem wenn der Preis mit Makler, Grunderwerbssteuer, Notar und allen Sanierungs-/Renovierungskosten so hoch liegt, dass man mindestens 2 Leben benötigen würde um den Kredit dafür jemals  zurückzahlen zu können, falls es überhaupt eine Bank geben sollte die einem solche Summen zur Verfügung stellt.

Somit war die Frage nach dem Wieso beantwortet, die beiden anderen Fragen waren und sind da deutlich schwieriger zu beantworten.

Die Frage nach dem Wo war etwas was uns aufgrund der ÖPNV Thematik und des zwingend vorhandenen seins von schnellem Internet viel Kopfzerbrechen bereitet hat. Beides unter einen Hut zu bekommen war zu Anfang unserer Suche schlicht unmöglich. Entweder es gab schnelles Internet, dafür aber keine wirkliche ÖPNV Anbindung, oder es gab eine ÖPNV Anbindung aber dafür dann langsames Internet vom Format einer vierfachen ISDN Leitung (Heimarbeit über solch eine Leitung ist schlicht nicht machbar).
Wenn wir dann mal beides unter einen Hut bekommen hatten, dann war das Grundstück schlicht nicht bezahlbar, da Bestandslücke mitten in der Stadt, oder am Rande. Somit dümpelte unsere Suche ein wenig vor sich hin, auch durch die Geburt unserer Tochter, und wir verlegten unsere Suche erst einmal wieder in die Richtung Kauf einer bestehenden Immobilie.

Die Situation bezüglich des schnellen Internets sollte sich hier durch eine Initiative des Kreises merklich verbessern. Hier wurde extra eine GmbH gegründet, welche in Zusammenarbeit mit der Telekom den gesamten Kreis mit Anschlüssen von 25 Mbit ausstatten sollte (späterer Ausbau bis erst einmal 50 Mbit). Dies ließ mich dann wieder aufhorchen, da über solche Anschlüsse natürlich eine Heimarbeit wieder möglich sein sollte.
Einziger Wermutstropfen war hier, dass die Kernstadt und die dazugehörigen Stadtteile leider ausgeschlossen wurden, da hier die Stadtwerke aktiv werden wollten (FTTH). Die Technik der Stadtwerke mit FTTH wäre hier natürlich die deutlich interessantere und zukunftssichere, allerdings gibt es keinen öffentlich einsehbaren Ausbauplan, weshalb es ein Schuss ins Blaue wäre hier auf einen bestimmten Stadtteil zu setzen. Wenn man Pech hat sitzt man Jahre lang in einem tollen Haus, muss aber trotzdem jedes Mal in die Firma fahren weil die Brieftaube zu langsam war.

Bewegung kam in die Wo Frage dann plötzlich Anfang des Jahres. Eine Gemeinde im Kreis hatte hier ein neues Baugebiet ausgewiesen, welches wir uns natürlich einmal genauer ansehen wollten. Infrastrukturell stimmte hier soweit alles – allgemein Mediziner, Bäcker, Metzger, Lebensmittelläden uvm. war vorhanden. Ebenfalls gab es eine Anbindung an den ÖPNV per Zug, mit welcher meine Frau durchaus leben konnte. Da der Internetausbau auch pünktlich zu Beginn des Jahres abgeschlossen war, waren alle Bedingungen für uns erfüllt.
Somit schauten wir uns den Plan des Baugebiets an und forderten den Bebauungsplan einmal an.  Mit Entsetzen stellten wir fest, dass wir leider schon fast wieder zu spät waren. Die interessantesten Grundstücke der ersten beiden Bauabschnitten waren bereits weg und vom dritten Bauabschnitt waren auch schon mehrere interessante weg. Somit schnell überlegt welche für uns noch in Frage kommen würden und eine Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt.
Diese Anfrage wurde positiv beantwortet,, weshalb das Wo durch die Reservierung des Grundstücks für uns geklärt war.

Das Wie war und ist nach wie vor eine Frage, welche für uns am Schwierigsten zu beantworten ist. Ob jetzt massiv gemauert oder in Holzständerbauweise errichtet spielte hier für uns eher eine untergeordnete Rolle – Machte die Suche dadurch aber nicht einfacher.
Hierzu werde ich aber noch einzelne Post veröffentlichen, welche unsere Erfahrungen mit verschiedenen Anbietern wiederspiegeln und die Odyssee der Anbieterauswahl ein wenig darlegen.

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