Küchenplanung – Ein Abenteuer

Da wir in den letzten beiden Beiträgen ja bereits geschrieben hatten, dass wir für die Finanzierung versuchen so weit es geht alle sehr großen Posten zu finalisieren, müssen wir uns natürlich auch um die Küche kümmer. Diese kann schließlich wie das Bad schnell mal sehr teuer werden.

Leider gibt es hier sehr große Unterschiede in der Kompetenz und Motivation der jeweiligen Küchenplaner. Bisher hatten wir zwei Termine, welche nicht unterschiedlicher hätten sein können.

Der erste Termin war in einem kleineren lokalen Küchenstudio, welches wir durch unsere vorherige Mietwohnung bereits kannten, sind wir dort doch immer wieder dran vorbei gekommen, wenn wir zu unserer Wohnung gefahren sind.
Hier war der Eindruck von Anfang ein gleich positiv. Als erstes hat sich der Planer unsere Pläne angesehen und ein paar Vorschläge zur Entschärfung von ein paar Problemstellen gemacht. Bisher wollten wir eigentlich eine freistehende Kochinsel, wo er uns aus Platzgründen allerdings von abgeraten hat. Die Begründung dafür konnten wir ohne Probleme nachvollziehen, vor allem auch weil er es uns an einer ausgestellten Küche direkt praktisch zeigen konnte. Somit war die freistehende Kochinsel leider erledigt. Letztendlich wahrscheinlich auch nicht das große Problem, wenn es auch schade ist.
Anschließend hat er ein paar weitere Punkte unserer Wunschliste abgefragt und sich diese notiert, bevor er dann mit uns durch seine Ausstellung gegangen ist um uns die verschiedenen Typen vorzustellen. Hier hat er sich wirklich lange Zeit genommen und uns genau die Unterschiede zwischen den verschiedenen Arbeitsplatten und Schrankaufbauten erklärt. Was hier besonders gut war, war die Tatsache dass er auf alle Vor- und auch Nachteile der jeweiligen Arbeitsplatten eingegangen ist. Das hat uns auf jeden Fall weiter geholfen, da wir natürlich eine unempfindliche, aber auch pflegeleichte Arbeitsplatte benötigen (bei zwei kleinen Kindern wäre alles andere nicht sinnvoll).
Bei den Korpustypen der Schränke war es genauso. Erst hat er uns den Aufbau mit seinen jeweiligen Vor- und Nachteilen gezeigt um dies anschließend mit den Fronten abzurunden. Alles in allem muss ich sagen sehr aufschlussreich, auch weil er jederzeit auch gesagt hat welcher Typ teurer oder günstiger wäre, ohne in der Qualität massiv Abstriche machen zu müssen.
Beendet haben wir den Termin damit, dass er sich alles notiert hatte und dann einen groben Plan entwickeln wollte, welchen wir in einem weiteren Termin durchsprechen und weiter konkretisieren würden.
Preislich würde die Küche seiner Aussage nach in unser Budget passen. Könnte auch drunter oder auch drüber liegen, je nach Ausstattung.

Fazit: sehr positiv
Zehn Tage später hatten wir dann einen weiteren Termin bei einem anderen lokalen Küchenstudio. Dieses ist deutlich größer und hat auch noch eine weitere Filiale in einem anderen Ort. Der Eindruck war direkt nach dem Betreten wesentlich schwieriger. Der Planer machte einen recht unmotivierten Eindruck, welchem wir eher mit unseren Wünschen und Vorstellungen zu einer Planung verhelfen mussten.
Als erstes hätte er uns auch die freistehende Kochinsel verkauft, ist erst von dem Standpunkt abgerückt als wir ihn darauf angesprochen haben ob die Platzverhältnisse überhaupt ausreichen. Da gab er dann kleinlaut zu das es doch etwas sehr eng werden könnte.
So zog sich leider das gesamte Gespräch über. Ich hatte letztendlich den Eindruck das er nur das verkaufen wollte was er möchte und nicht das was wir uns vorstellen. Natürlich lassen wir uns gerne mit nachvollziehbaren und sinnvollen Argumenten von etwas anderem überzeugen, aber das wir hier leider nicht gegeben. Ein kleines Beispiel: Zum Thema Kochfeld hat er erst gar nicht groß gefragt, sondern einfach gemeint das ein normal breites Feld ausreichen würde. Dies wird es aber mit Sicherheit nicht, da es bereits jetzt nicht ausreicht und wir kochen im Moment nur für 2 Erwachsene und ein Kleinkind. Da kommt unser zweites Kind in absehbarer Zeit allerdings auch noch dazu und sie werden ja beide auch größer. Hier passen dann die benötigten Topf- oder Pfannengrößen einfach nicht auf ein normales Kochfeld. Ich habe das erst einmal im Raum stehen lassen mit der Größe und wollte mal schauen was sonst noch so alles kommt.
Thema Dunstabzugshaube war dann der nächste Bereich mit Konfliktpotential. Wir sind beide nicht gerade klein uns stoßen uns in unserer Mietwohnung regelmäßig den Kopf an der Dunstabzgushaube. Das wollen wir im eigenen Haus natürlich nicht. Hier hat er nicht wirklich konstruktive Vorschläge gemacht, sondern nur gemeint das die Haube maximal 75 cm über dem Kochfeld hängen dürfte. Das kann ich als Argument noch durchgehen lassen, aber darauf angesprochen wieso in der Ausstellung dann eine Haube wesentlich höher hängen würde, meinte er nur das es der Deckenhöhe in der Ausstellung geschuldet wäre und es nicht anders gehen würde. Komisch war nur, dass alle anderen Hauben in der Ausstellung mit einer Aufkofferung von mindestens 40-50cm an der Decke hingen. Das stimmte für mich einfach nicht, weshalb ich mich ein wenig mit ihm angelegt hatte.
Ende vom Lied war, dass ich mich um meine kleine Tochter gekümmert habe und meiner Frau das Feld überlassen habe um nicht völlig in Streit mit dem Planer auszubrechen. Was ich noch so mitbekommen habe war, dass er nach wie vor nur sein Ding durchzog und auch nur seine Vorstellung verkaufen wollte (zumindest war das unser Eindruck). Wir warten jetzt mal ab ob da überhaut ein Angebot kommt. Falls nicht wäre es auch nicht so tragisch, da er sowieso locker 5000€ über unserem Budget liegen würde.

Fazit: negativ
Wie man an diesen beiden Beispielen sehen kann, ist die Küchenplanung sehr davon abhängig an welchen Berater man gerät. Man kann Glück haben oder eben auch nicht. Letztendlich ist es wie der gesamte Hausbau ein großes Abenteuer. Wir werden auf jeden Fall noch ein oder zwei weitere Angebote einholen und dann schauen wo wir am Besten fahren.

Geschenk bekommen

Was wir im letzten Beitrag nur gehofft hatten ist vor Weihnachten eingetreten. Das noch ausstehende Angebot entsprach sowohl finanziell wie auch inhaltlich unseren Vorstellungen. Wir waren also die Woche vor Weihnachten noch einmal bei diesem Anbieter um diverse Fragen zu klären und das Angebot, bzw. den Entwurf noch etwas zu optimieren.
Vom Ausgang dieses Gesprächs waren wir sehr angetan, es wurde auf unsere Fragen, Wünsche und Sorgen komplett und ausführlich eingegangen. Es wurde sogar vor Ort direkt vor dem Gespräch noch einmal ein Detail des Entwurfs durchgerechnet um genaue Aussagen treffen zu können. Dieses Detail war es dann auch was wir noch ein wenig geändert haben, ging es hier doch um den Kniestock im Dachgeschoss. Da unser Bebauungsplan ja nur 1 Vollgeschoss zulässt war das ja von Anfang an ein Thema. Wir warten jetzt auf die Korrektur des Entwurfes und des Angebotes, aber sind zuversichtlich das wir mit der besprochenen Lösung einen guten Weg gefunden haben, mit welchem wir zufrieden sein können und der Bebauungsplan eingehalten wird.

Letztendlich entspricht der Entwurf jetzt unseren Vorstellungen und geht auch auf bestimmte Wünsche und Vorlieben ein. Wir sollten hier denke ich für die Zukunft gerüstet sein, auch was eine eventuell weitere Vergrößerung der Familie betrifft. Wer weiß schon was die nächsten Jahr so bringt, da wäre es doch schade gewesen wenn das neue Haus hier keine Möglichkeit geboten hätte. Jetzt bietet es die Möglichkeit und wenn die Witterung mitspielt kann es im März/April los gehen. Laut Anbieter können wir dann Weihnachten 2016 definitiv in den eigenen vier Wänden feiern.

Entscheidung gefallen

Die Entscheidung ist gefallen. Da wir bei der Auslosung der alternativen Grundstücke in einem Nachbarort ja nicht unser Wunschgrundstück bekommen hatten und von den frei verfügbaren die guten im Endeffekt zu teuer gewesen wären, haben wir auf unsere bestehende Reservierung zurückgegriffen.

Wir haben also vor zwei Wochen die Gemeinde damit beauftragt den Kaufvertrag in die Wege zu leiten. Die Rückmeldung der Gemeinde haben wir auch bereits erhalten, wir warten jetzt auf Informationen vom Notar.

Für uns heißt das jetzt, dass wir uns jetzt definitiv für das Bauen und gegen das Kaufen einer Bestandsimmobilie entschieden haben. Bisher gab es diesen zweiten Weg ja nach wie vor. Jetzt gibt es also kein Zurück mehr. Da wir noch auf ein Angebot eines Hausanbieters warten, haben wir den Kauf des Grundstücks für Sommer nächsten Jahres geplant und mit der Gemeinde abgesprochen. Wir hoffen allerdings, dass wir vorher bereits zuschlagen können. Das hängt jetzt ganz von dem ausstehenden Angebot ab. Wenn das unseren Vorstellungen entsprechen sollte, könnte es eventuell bereits im März/April los gehen (je nach Witterung). Wir hoffen hier ja ein wenig auf den März, denn dann wäre ein Einzug vor Weihnachten im nächsten Jahr wahrscheinlich noch möglich. Für uns und unsere zwei Kinder wäre das auf jeden Fall das beste Weihnachtsgeschenk. Eventuell bekommen wir dieses Jahr ja schon ein kleines Geschenk in Form eines passenden Angebotes. Der Entwurf entspricht bis auf den Kniestock bereits unserer Wunschvorstellung. Bezüglich des Kniestocks müssen wir noch ein wenig tricksen, aber das wollen wir erst in Angriff nehmen wenn wir wissen wo wir mit dem aktuellen Entwurf (und Kniestock) preislich liegen.

Die Krux mit den Anbietern

Ich war naiv, anders kann man es wahrscheinlich nicht beschreiben. Bisher bin ich davon ausgegangen das es beim Bau eventuell erst Verzögerungen gibt, wenn effektiv gebaut wird. Weit gefehlt! Wir sind jetzt bereits 8 Monate in der Planungsphase und eigentlich noch nicht wirklich weiter gekommen. Das Einzige was sich wirklich geändert hat ist unsere Grundeinstellung und unsere Nerven, diese sind nämlich definitiv weniger geworden. Was haben uns die letzten Monate Nerven gekostet, das geht auf keine Kuhhaut. Ständig werden Terminzusagen nicht eingehalten, oder es wird verschoben und verschoben und verschoben. Letztendlich läuft es irgendwie immer darauf hinaus das wir alles und jedem hinterherlaufen müssen. Irgendwie hatte ich gedacht das wir potentieller Kunde sind und der Anbieter uns etwas verkaufen möchte. Wenn ich mir die letzten Monate noch einmal durch den Kopf gehen lasse, habe ich eher das Gefühl das der Kunde den meisten Anbietern eher zuviel ist – getreu dem Motto Kunde droht mit Auftrag.

Im Endeffekt vergeht durch die Warterei unglaublich viel Zeit die man auch für andere Dinge hätte nutzen können, wenn die Planung schon weiter gewesen wäre. Da wir uns aber nach wie vor mehr oder weniger am Anfang der Planung befinden, müssen wir natürlich auch ständig zu irgendwelchen Terminen fahren. Dadurch verliert man dann letztendlich auch immer wieder Geld wenn bei den Terminen mehr oder weniger nichts rum kommt und man doch nur wieder hinterherlaufen muss.
Ein wenig waren wir am Zeitverlust eventuell auch schuld, hatten wir uns doch recht schnell auf einen potentiellen Kandidaten für einen Werkvertrag festgelegt. Dadurch das wir hier immer wieder warten mussten und wir parallel nicht mehr sehr intensiv nach anderen Anbietern gesucht haben, haben wir hier natürlich indirekt auch selbst Zeit verschwendet. Das haben wir vor längerer Zeit bereits erkannt und steuern massiv gegen. Problem bei der Sache ist: Es ist genau das selbe. Man fragt bei einem Anbieter an, bekommt einen Termin für ein Angebot genannt und wenn man dann mehrere Tage nach dem Termin nachfragt weiß der Anbieter von der Zusage nichts mehr und vertröstet einen um weitere 1-2 Wochen.

Wobei ich ja sagen muss das ich noch ganz froh bin wenn man nur vertröstet wird, es gibt auch Anbieter die haben sich bisher nie wieder gemeldet. Bei solch einer Arbeitsmoral kann ich dann auch gerne darauf verzichten.

Alles in allem muss ich leider sagen Servicewüste Deutschland und das schon bevor man überhaupt etwas gekauft hat.